Das Krankenhaus Seehausen versteht sich über die Grenzen des klinischen Alltags hinaus als verlässlicher regionaler Ansprechpartner. Zu den Bausteinen dieses Selbstverständnisses gehört die Aufklärung über häufige Erkrankungen und Themen der gesundheitlichen Prävention im Rahmen von Veranstaltungsformaten wie „Medizin im Dialog“. Unterstützt wird seit 2013 auch die Schulprojektarbeit anlässlich der bundesweiten Woche der Wiederbelebung, die jedes Jahr im September stattfindet. Erst kürzlich wurde erneut ein starkes Zeichen gesetzt, um Jugendlichen der 9. Klassen an der Gemeinschaftsschule Seehausen das lebensrettende Thema näherzubringen.
Geleitet wurde das Training von einem echten Profi aus der Zentralen Notaufnahme des Krankenhauses: Danny Thöns, Fach-Krankenpfleger für Notfallpflege, pflegerischer Leiter der ZNA, Praxisanleiter und erfahrener Ausbilder für Erste Hilfe und Lebensrettende Sofortmaßnahmen engagiert sich seit 13 Jahren für das Projekt und war auch im September 2026 wieder vor Ort, um den Schülerinnen und Schülern zu erläutern und praxisnah zu zeigen, worauf es im Ernstfall ankommt.
Keine Angst vor der Ersten Hilfe: Prüfen – Rufen – Drücken
Im Fokus des Kurses stand die bekannte und einfache Lebensretter-Formel: Prüfen, Rufen, Drücken. Da ein plötzlicher Herzstillstand jeden und jede von uns überall treffen kann, ist schnelles Handeln entscheidend. Die Jugendlichen lernten die drei Schritte nicht nur in der Theorie, sondern übten sie intensiv an Reanimationspuppen:
• 1. PRÜFEN: Reagiert die Person?
Sprecht den Betroffenen laut an und rüttelt sanft an den Schultern. Überprüft gleichzeitig die Atmung, indem ihr den Kopf nach hinten überstreckt und auf Brustkorbbewegungen oder Atemgeräusche achtet (maximal 10 Sekunden).
• 2. RUFEN: Hilfe holen!
Atmet die Person nicht oder nicht normal, wählt sofort den Notruf 112 (oder veranlasst eine andere Person dazu). Bleibt am Telefon und folgt den Anweisungen der Rettungsleitstelle.
• 3. DRÜCKEN: Die Herzdruckmassage starten!
Zögert nicht. Macht den Brustkorb frei, platziert eure Handballen übereinander in der Mitte der Brust und drückt das Brustbein tief (ca. 5–6 cm) und schnell (100- bis 120-mal per Minute) nach unten. Als Taktgeber hilft der Rhythmus von bekannten Liedern wie „Stayin’ Alive“. Hört erst auf, wenn der Rettungsdienst übernimmt.
Elementares Rüstzeug für den Ernstfall
„Es ist jedes Jahr aufs Neue schön zu sehen, wie motiviert und interessiert die Neuntklässler an das Thema herangehen“, berichtet Danny Thös. „Nach anfänglicher Zurückhaltung merken die Schülerinnen und Schüler schnell, dass man eigentlich nur einen Fehler machen kann: nämlich gar nichts zu tun. Deshalb sind Schulprojekte wie dieses für die Gesundheitsbildung wirklich sehr wichtig und ein gutes Rüstzeug für die Zukunft. Wir freuen uns darauf, daran im nächsten Jahr anzuknüpfen“, so der engagierte Notfallpfleger.“


